Fraunhofer-FIT-Studie belegt: Smarte Thermostate senken Heizenergieverbrauch im LEG-Bestand um 14,1 Prozent

  • Wissenschaftlich validierte Einsparung von durchschnittlich 169 Euro Heizkosten pro Wohneinheit und Jahr – ohne Eigeninvestition der Mieter
  • 187 Tonnen CO₂e weniger allein im untersuchten Portfolio
  • LEG sieht Beleg für „smarten, bezahlbaren Klimaschutz“

Der Einsatz smarter Thermostate im Mehrfamilienhausbestand der LEG Immobilien SE führt zu einer signifikanten Reduktion des Heizenergieverbrauchs. Das ist das zentrale Ergebnis einer wissenschaftlichen Begleitstudie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) zur Wirkung der Thermostatlösung termios Pro, deren Ergebnisse am 20. Mai 2026 abschließend vorgestellt wurden. In mehr als 1.300 Wohneinheiten im Mehrfamilienhausbestand wurden über 3.800 termios Pro Thermostate verbaut. Auf Basis realer Verbrauchsdaten und einer kausalen Wirkungsanalyse (Difference-in-Differences / Two-Way-Fixed-Effects) belegt die Studie in den unterschiedlichen Gebäuden eine Einsparung zwischen 10 und 20 Prozent der Heizenergie bei einer hochgerechneten Vollausstattung; der gewichtete Durchschnitt liegt bei 14,1 Prozent. Damit ist es die erste unabhängige Feldstudie zu smarten Thermostaten im deutschen Mehrfamilienhausbestand mit kausaler Identifikationsstrategie in diesem Stichprobenumfang. Dabei wurden bislang nur die Grundfunktionen von termios Pro untersucht: die präzise Temperaturregelung und der adaptive, digitale hydraulische Abgleich. Mit dem Rollout der Zusatzfunktionen sind weitere Einsparungen zu erwarten.

Belastbare Datengrundlage
Die Studie wurde auf Basis von 3.878 Thermostaten, die in insgesamt 1.321 Wohneinheiten verbaut wurden, über die Heizperioden 2023/24 bis 2025/26 erhoben. Die Ergebnisse erweisen sich über verschiedene Datenstände, Zeitfenster und Modellspezifikationen hinweg als statistisch robust. Im untersuchten Portfolio summieren sich die Einsparungen auf eine jährliche Energieeinsparung von 918 Megawattstunden – damit lassen sich etwa 240 Familien ein Jahr lang mit Strom versorgen. Zusätzlich werden dadurch 187 Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden. Bei Vollausstattung summieren sich die Heizkosteneinsparungen portfolioweit auf 218.223 Euro pro Jahr.

Für die wissenschaftliche Einordnung der Befunde verweist Prof. Dr. Jens Strüker, Professor für Wirtschaftsinformatik und Digitales Energiemanagement an der Universität Bayreuth und am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, auf die methodische Tragweite: „Die Ergebnisse sind wissenschaftlich belastbar und in dieser Form für den deutschen Wohnungsbestand neuartig. Anders als bei den in der Literatur üblichen Simulationswerten beruht unsere Analyse auf realen Verbrauchsdaten und einer kausalen Difference-in-Differences-Methodik. Sie zeigt, dass intelligente Steuerungstechnik im laufenden Betrieb messbare und konsistente Effizienzgewinne erzielt – über verschiedene Gebäude- und Bewohnerstrukturen hinweg. Damit liefert die Studie nach aktuellem Kenntnisstand die bislang robusteste empirische Evidenz zur Wirksamkeit smarter Thermostate im deutschen Mehrfamilienhausbestand.“

Spürbare Entlastung für Mieterinnen und Mieter
Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das Ergebnis eine durchschnittliche Heizkostenersparnis von 169 Euro pro Wohneinheit und Jahr – ohne Eigeninvestition. Die Investition trägt der Vermieter; die Einsparung fließt über die Betriebskostenumlage primär den Mieterinnen und Mietern zu.

„Die Fraunhofer-Studie liefert den empirischen Beleg, was wir im Bestand seit Monaten beobachten: Smarte Thermostate wirken – und sie wirken dort, wo es zählt, nämlich bei den Heizkosten unserer Mieterinnen und Mieter“, sagt Dr. Volker Wiegel, Chief Operating Officer (COO) der LEG Immobilien SE. „Im Schnitt 169 Euro Entlastung pro Wohnung und Jahr sind in Zeiten hoher Energiepreise eine echte Senkung der zweiten Miete. Und das ist – wenn wir sehen welche Features im Thermostat noch kommen – erst der Anfang.“

Wirtschaftlich tragfähig, skalierbar – und politisch relevant
Den Investitionskosten von durchschnittlich 640 Euro pro Wohneinheit stehen jährlichen Heizkosteneinsparungen von durchschnittlich 169 Euro gegenüber. Das Portfoliopotenzial beträgt dabei 218.223 Euro Heizkosteneinsparungen pro Jahr. Die Maßnahme ist nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 15 Prozent förderfähig; im Rahmen eines Heizungstauschs sind bis zu 30 Prozent Förderung möglich. Die Investition rechnet sich aufgrund der hohen Einsparwerte aber auch unabhängig von Förderprogrammen. Die Studie zeigt zudem, dass die Einsparwirkung unabhängig von der Sozialstruktur der Mieterschaft eintritt – ein zentraler Befund für die breite Anwendbarkeit im Bestand. Damit ist die Lösung breit skalierbar und sozialverträglich zugleich – eine echte Win-win-Konstellation. Mieterinnen und Mieter sparen, der Vermieter modernisiert digital und nachhaltig. Die Relevanz wächst mit dem Kostendruck: Gas verteuerte sich 2025 um rund 15 Prozent, der CO₂-Preis steigt 2026 auf 65 Euro je Tonne und ab 2027 greift der EU-Emissionshandel für den Gebäudesektor.

Für Dr. Volker Wiegel ist die Größenordnung daher auch ein ordnungspolitisches Signal: „Zwischen 2010 und 2022 wurden in Deutschland rund 545 Milliarden Euro in die Dämmung der Gebäudehülle investiert – mit einem Rückgang des Raumwärmeverbrauchs von lediglich zwei Prozent. Die termios-Ergebnisse zeigen, dass intelligente Heizungssteuerung im Bestand zweistellige Einsparungen zu einem Bruchteil dieser Kosten liefert. Genau das verstehen wir unter smartem, bezahlbarem Klimaschutz – und genau das brauchen wir, um die Ziele der EU-Gebäuderichtlinie und des Nationalen Gebäuderenovierungsplans realistisch zu erreichen.“

Smarte Thermostate adressieren mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) sowie den ESG-/CSRD-Anforderungen gleich mehrere regulatorische Vorgaben auf einmal – ohne Eingriff in die Gebäudesubstanz und ohne Baugenehmigung.

Ausblick
Die LEG setzt termios Pro bereits aktiv in ihrem Bestand ein und prüft die weitere Skalierung systematisch. Die Studie hat bislang nur die Grundfunktionen von termios Pro untersucht; mit dem Rollout der Zusatzfunktionen soll weiteres Einsparpotenzial erschlossen werden. Gemeinsam mit termios sollen daher die weiteren Funktionen – darunter Fenster-offen-Erkennung, Mieter-App und nutzerseitiges Nudging – ebenfalls wissenschaftlich evaluiert werden. Die Ergebnisse fließen zudem in die regulatorische Debatte um die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) und den Nationalen Gebäuderenovierungsplan ein.

Weitere Informationen zu termiosPro und den umfassenden Studienergebnissen erhalten Sie unter sales@termios.de oder unter https://www.termios.de.

Ihr Ansprechpartner:
Mischa Lenz, Tel. 02 11 / 45 68-117

Über termios
Als 2023 gegründetes Joint Venture von mantro als Company Builder, dem sauerländischen Familienunternehmen Oventrop und der Düsseldorfer LEG Immobilien SE ist termios Spezialist für digitale Heizungsoptimierung in der Wohnungswirtschaft. Gemeinsam mit Energieeffizienzexperten, Installationspartnern und wissenschaftlichen Einrichtungen entwickelt termios Lösungen, die rechtliche Anforderungen, Alltagstauglichkeit und Akzeptanz bei Mietern gleichermaßen berücksichtigen. Mit termios Pro bietet termios eine skalierbare Komplettlösung aus smarten Thermostaten, Regelsoftware, Gateways und einem intuitiven Cockpit für Bestandsverwalter. Ziel ist die Dekarbonisierung des Gebäudebestands durch Effizienz im laufenden Betrieb – ohne bauliche Eingriffe in die Substanz und ohne lange Projektlaufzeiten. Weitere Infos: www.termios.de

Über die LEG
Die LEG Immobilien SE gehört mit rund 171.000 Mietwohnungen und etwa 500.000 Bewohnerinnen und Bewohnern zu den führenden börsennotierten Wohnungsunternehmen in Deutschland. Das Unternehmen ist mit acht Niederlassungen sowie zusätzlichen lokalen Ansprechpartnern in ausgewählten Regionen präsent. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die LEG Immobilien SE eine Nettokaltmiete von rund 920 Millionen Euro. Mit einer durchschnittlichen Miete von rund 7 Euro pro Quadratmeter, einem hohen Bestand an gefördertem Wohnraum, einer konsequenten Digitalisierungsstrategie und ihrem Engagement für effizienten Klimaschutz setzt die LEG wichtige Impulse für eine verantwortungsvolle und zukunftssichere Wohnungswirtschaft. Als eines der ersten Unternehmen der Branche baut sie ein technologiegetriebenes Operating Model und treibt seit 2022 gezielt Innovationen über eigene GreenTech- und PropTech-Gründungen voran.